Wie werde ich eine gute Schülerin?

Ein guter Schüler gibt sich zuallererst der praktischen Seite des Chi Kung hin: besucht den Kurs, übt morgens und abends (ja, jeden Tag), und liest erst nach mindestens drei Monaten Übezeit den ersten theoretischen Artikel über Chi Kung. Der Grund ist: je weniger Material der Intellekt über den Unterrichtsinhalt hinaus zur Verfügung zum Wandern hat, umso leichter wird man in die Übepraxis finden.

Eine gute Schülerin gibt sich selbst mindestens drei Monate ernsthaften Übens hin, bevor sie beginnt, eine Entscheidung darüber zu suchen, ob sie weitermachen und weiter in die Tiefe gehen möchte oder nicht. So findet sie das rechte Mass zwischen Ernsthaftigkeit und Übereifer: das Feuer des Übens brenne lieber stetig wenn auch nicht so stark, als dass alles in einem Strohfeuer in einem grossen Knall verpufft.

Ein guter Schüler geht gut mit sich selbst um: bei Schmerzen, die nicht als „gute Schmerzen“ gelten können und falls er bei wichtigen Fragen alleine nicht weiter weiss, holt er sich als erstes Rat bei seinem Lehrer. Er wird sich bei „guten Schmerzen“ ebenfalls gut selbst beobachten und aufmerksam und liebevoll mit sich selbst sein.

Eine gute Schülerin wird während der Übungen nicht intellektualisieren, sondern ganz in der Übung sein. Sie wird die Worte des Lehrers zu sich kommen lassen, sie wird sich keine Sorgen machen ob denn alle Technik auch ganz genau stimme, sondern beim Tun die Übung selbst zu ihr sprechen lassen.